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Meine Erfahrungen und Fehler

8 Jahre als Investor - mein Fazit

Es ist jetzt etwas über acht Jahre her, als ich festgestellt habe, dass sowohl mein Bausparvertrag als auch meine Lebensversicherung nach jahrelangem Sparen nahezu keinen Ertrag gebracht haben.

Aufgrund dessen und der damit verbundenen Wut, die in mir aufgestiegen ist, habe ich begonnen, mich intensiv mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Nach acht Jahren Investieren möchte ich nun ein ehrliches Fazit ziehen: über meine Erfahrungen, meine Fehler, die mich teures Lehrgeld gekostet haben und alles, was ich in dieser Zeit gelernt habe. Genau das möchte ich hier mit euch teilen.

8 Jahre investieren: meine Erfahrungen, Fehler und echte Rendite

Ich möchte bewusst mit meinen Fehlern beginnen. Über Fehler und schlechte Investments sprechen die wenigsten – ich halte das für falsch.

Auf meinem Blog bin ich ehrlich und transparent. Nicht, weil ich ein „besserer Mensch“ bin als andere Blogger oder Finfluencer, sondern weil es mein Anspruch ist, anderen Menschen zu helfen. Und das funktioniert nur, wenn man auch über Fehlentscheidungen spricht, damit andere die Möglichkeit haben, diese nicht zu wiederholen.

Vorausgesetzt natürlich, sie lesen meinen Blog. Deshalb: Teile meine Beiträge gerne mit Bekannten, Verwandten und Freunden.

Blindes investieren in Kryptowährungen

Als ich mich Ende 2017 endlich zu entschlossen habe meine ersten Versuche selbst zu machen, wanderte mein erstes Geld in Kryptowährungen. Angefangen mit Bitcoin und Ethereum, in Summe waren das damals je in etwa 500 Euro. Sehr viel Geld damals für mich, da mein „Gesamtvermögen“ etwas unter 10.000 Euro betrug.

Mein ursprünglicher Plan sah folgendermaßen aus:

  • 10 % Kryptowährungen
  • 10 % P2P-Kredite
  • der Rest in Aktien und ETFs

Da ich meine Lebensversicherung erst kündigen musste und der Bausparvertrag noch eine Restlaufzeit hatte, begann ich mit Bitcoin und Ethereum. Zusätzlich investierte ich rund 1.000 Euro in P2P-Kredite.

Da die Auswahl an Kryptobörsen 2017 noch ein wenig anders war als heute, habe ich dies über bitcoin.de gemacht. Für meine P2P Investments entschied ich mich für Mintos und Twino. Bis hierhin war noch alles im grünen Bereich. Jedoch habe ich mich dann immer mehr mit verschiedenen Kryptowährungen beschäftigt, da etwa um diese Zeit damals die sogenannte „ICO Blase“ (Initial Coin Offering) am entstehen war. Dabei haben Firmen Kryptowährungen ausgegeben um Geld für ihre Ideen einzusammeln. Die meisten dieser Coins sind danach in die Wertlosigkeit gefallen, aber damals entstand ein riesen Hype. So ziemlich jede gutklingende Idee hat mehrere Millionen in Form von Kryptowerten eingesammelt und innerhalb kürzester Zeit stiegen fast alle Werte um teilweise ein vielfaches.

Mit der Zeit beschäftigte ich mich immer intensiver mit Kryptowährungen. Genau in diese Phase fiel auch das Entstehen der sogenannten ICO-Blase (Initial Coin Offerings).

Unternehmen sammelten dabei Kapital ein, indem sie eigene Kryptowährungen ausgaben. Viele dieser Projekte hatten keine Substanz – doch damals herrschte ein enormer Hype. Nahezu jede gut klingende Idee sammelte innerhalb kürzester Zeit Millionen ein, und die Kurse explodierten teilweise um ein Vielfaches.

Um es kurz zu machen und nicht um den heißen Brei herumzureden:

  • IOTA: über 90 % Verlust
  • TenX: Verkauf kurz vor Totalverlust mit ca. 95 % Minus
  • XRP: konnte einen Teil der Verluste ausgleichen

Unterm Strich blieb ein Verlust von knapp 500 Euro – für mich damals sehr viel Geld.

Not your Keys not your Coins

Als wäre das nicht genug gewesen, transferierte ich einen Teil meiner Kryptowährungen zusätzlich auf sogenannte Lending-Plattformen, um eine höhere Rendite zu erzielen.

Das Ergebnis: Beide Plattformen gingen bankrott. Erst im letzten Jahr erhielt ich einen Teil meiner Coins aus der Insolvenzmasse zurück. Mein Glück war, dass ich meine Bitcoins nie verliehen hatte. Dadurch blieb der Schaden überschaubar. In dieser Phase habe ich den bekannten Spruch der Bitcoiner „Not your keys, not your coins“ erstmals wirklich verstanden.

Heute liegen meine Kryptowährungen größtenteils auf meinem Ledger. Nur kleinere Beträge halte ich für kurzfristige Trades auf KuCoin und Bitpanda.

Mein großes Glück: Der Bitcoin-Preis ist von rund 10.000 Euro im Jahr 2017 auf heute etwa 100.000 Euro gestiegen. Dadurch bin ich trotz aller Fehler insgesamt deutlich im Plus.

Das Plattformrisiko bei P2P Krediten

Ein weiterer Fehlgriff den ich gemacht habe, war meine Investitionen in P2P Kredite auf andere Plattformen auszuweiten. Überwiegend habe ich das 2020 als die Corona Pandemie aufkam, getan. Da ich von Plattformen, die Kredite an Privatpersonen vergeben haben auf andere, welche Kredite an Immobilienentwickler vergeben, diversifizieren wollte, tat ich das. Nachdem daraufhin eine Europaweite Immobilienkrise ausbrach, habe ich mittlerweile einige Plattformen, wo ich davon ausgehe, dass es am Ende keine Rendite geben wird und mindestens eine Plattform ist sogar in Insolvenz geschlittert, sodass ich hier mit einem Totalverlust rechne.

Die Plattformen und Summen bei denen ich Verluste erlitten habe:

  • Rendity aus Österreich (insolvent)
  • Reinvest24
  • Estateguru

Während ich bei Rendity und Reinvest24 von einem Totalverlust von insgesamt knapp 900 Euro ausgehe, besteht bei Estateguru noch die realistische Chance, dass ausgefallene Kredite über die besicherten Immobilien gedeckt werden. Im Idealfall gehe ich hier mit einem kleinen Plus raus, zumindest jedoch ohne Verlust.

Coronacrash & Glücksgriffe

Als 2020 Corona ausbrach und die ganze Welt im Chaos versunken ist, sind auch die Aktienmärkte abgerauscht. Da ich mich seit Mitte 2019 auf einen Crash vorbereitet hatte (natürlich nicht wegen Corona, ich dachte eher wir bekommen ein Problem mit unserem Banksystem), war ich in der glücklichen Lage, dass ich für meine Verhältnisse eine größere Summe zum Investieren „auf der Seite“ hatte. Also habe ich begonnen mir die Aktien anzusehen, die am stärksten gefallen sind und habe mir versucht Gedanken zu machen, ob ich diesen Abverkauf als logisch oder übertrieben hielt. Alle Aktien, wo ich mir sicher war, dass es eine Übertreibung des Marktes ist, habe ich mir aufgeschrieben und mein Geld in diese aufgeteilt. Die meisten davon halte ich noch, manche habe ich jedoch später auch wieder verkauft. Ich habe mit jedem dieser Investments ein Plus gemacht.

Rückblickend hätte es rational betrachtet mehr Sinn gemacht, in dieser Phase stärker in Bitcoin und Ethereum zu investieren. Damals war mein Fokus jedoch vollständig auf den Aktienmarkt gerichtet. Nun, bei zweiterem habe ich das gemacht, als ich sah, dass der Kurs bei etwa 80 Euro lag, nur leider hatte ich noch knapp 200 Euro dafür übrig, sodass ich mir „nur“ 2 Ethereum leisten konnte, was jedoch bei einem heutigen Kurs von knapp 2.700 Euro (stand 4. Jänner 2026) dennoch ein schönes plus ist.

Eine Übersicht meiner Nachkäufe im Coronacrash

NameKursperformanceDividenden seit 2020
Ethereum520 %
Alphabet220 %19 €
Microsoft95 %74 €
Berkshire Hathaway77 %
Amazon69 %
Shell54 %250 €
Mc Donalds53 %173 €
Fraport52 %
LVMH38 %60 €

Insgesamt habe ich damals in etwa 9.000 Euro investiert und bis heute habe ich mit diesen Titeln, inklusive Dividenden eine Rendite von 13.153,73 Euro gemacht, was knapp 146% bedeutet.

Gesamtübersicht nach 8 Jahren

Nachdem ich sowohl meine Fehler, als auch meine Glücksgriffe mitgeteilt habe, wird es Zeit eine Analyse zu ziehen. Dazu werde ich die Gesamtperformance der jeweiligen Bereiche auflisten und alle meine Erträge aus den jeweiligen Bereichen anführen.

Seit Ende 2017 habe ich in Summe etwa 4.000 Euro in Kryptowerte investiert, inklusive all meiner Fehlinvestments steht heute ein Gewinn von etwa 21.000 Euro zu buche.

P2P Investments

Meine P2P Investments haben über die Jahre und trotz der Verluste der einzelnen Plattformen einen Nettoertrag von 3.547 Euro bis Ende Dezember 2025 gebracht.

Aktien

In Einzelaktien habe ich über die Jahre etwa 34.000 Euro investiert und abzüglich aller Gebühren und Quellensteuern, sowie hinzurechnen der Dividenden ein plus von etwas über 14.000 Euro erwirtschaftet.

ETFs

Da ETFs stets mein Basisinvestment sind und auch sein sollen, habe ich hier den größten Betrag investiert über die Zeit. In Summe fast 45.000 Euro und aktuell steht dieser Teil meiner Investments bei einem plus von knapp über 19.000 Euro.

Gesamtübersicht

Somit habe ich über alle Assetklassen und mit allen Fehlern ein Plus von etwa 57.500 Euro über 8 Jahre erwirtschaftet. Lediglich meine „Barrücklagen“ bei diversen Banken sind hier nicht berücksichtigt. Da diese jedoch auch ein paar Euro an Zinsen abgeworfen haben, will ich euch dies nicht verschweigen. Der Zinsertrag von 2020 bis 2025 beläuft sich auf 1.961,50 Euro. Da diese jedoch nicht als Renditebringer gedacht sind, sondern lediglich der Inflation entgegenwirken sollen, lasse ich diese Erträge jetzt bewusst im Fazit aus.

Meine aktuellen Zahlen und Plattformen die ich nutze findest du in meinem Depotupdate.

Mein Fazit

Ich kann gar nicht genug betonen wie froh ich bin, dass ich damals den Entschluss gefasst habe, mich mit dem Thema Finanzen zu beschäftigen. Angefangen damit, dass ich das erste mal in meinem Leben ein Haushaltsbuch geführt habe um zu verstehen wofür ich überhaupt mein Geld ausgebe, bis hin zu, wie kann ich meine Ausgaben minimieren, meine Einnahmen maximieren und das plus sinnvoll anlegen, hat mir nicht nur mehr Geld gebracht, sondern eine unglaubliche Sicherheit im Leben.

Kein „von der Hand in den Mund“ mehr leben, nicht mehr jeden Euro doppelt umdrehen, keine Angst mehr davor haben, wenn man das Auto einen Schaden hat, der Herd den Geist aufgibt oder man ein neues Handy braucht. Ich gebe seither mein Geld viel bewusster aus, suche nach günstigeren Alternativen bei gleicher Leistung, Stichwort, Gas, Strom und Versicherungen. Und darüber hinaus habe ich verstanden, dass sich mit seinen Finanzen auseinander zu setzen nicht einfach nur ein Thema mit Geld ist, sondern einem auch persönlich extrem reflektieren und wachsen lässt.

Wenn du ein schlechtes Investment tätigst, dann gibt es niemanden, dem du die Schuld geben kannst, du musst dir in den Spiegel schauen, dir eingestehen, dass du es verbockt hast, versuchen zu verstehen wo der Fehler lag und daraus lernen.

Demnach kann ich jedem nur dazu raten, seine Finanzen in die eigene Hand zu nehmen und sich unabhängiger zu machen und persönlich zu wachsen. Ich weiß wie schwer das ist und viele sich davor wehren, dennoch kann ich jedem nur sagen, dass dieser Schritt mein Leben in alle Richtungen zum positiven verändert hat. Das wünsche ich jedem, der diese Zeilen liest und sich ebenfalls mit dem Thema Geld auseinander setzt.

Für alle die nicht wissen wo sie anfangen sollen oder wie. Schreib mir eine Email an info@finanzielle-bildung.at. Ich helfe gerne weiter und aktuell schreibe ich gerade an einem Buch für Anfänger um genau solchen Leuten weiterhelfen zu können. Zudem lerne ich gerade für die Vermögensberaterprüfung um dann auch beraten zu dürfen, aktuell kann ich nur ein Coaching anbieten, dass dir dabei hilft die einzelnen Dinge und Zusammenhänge zu verstehen, darf dir aber nicht zu Investmentprodukten raten. Solltest du daran Interesse haben, schreibe mir das gerne per Email. Mein Ziel ist es Menschen wissen zu vermitteln, dass jeder sich selbst um seine Finanzen kümmern kann und das in möglich kurzer Zeit um kein Geld fürs „an die Hand nehmen“ zu verschwenden, denn es ist keine Hexerei, man braucht nur das Interesse, den Willen und Disziplin, dann wird das auch etwas.

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