Hohe Volatilität an den Finanzmärkten – was tun?

Hohe Volatilität an den Finanzmärkten – was tun?

Auf den Märkten geht es nahezu im Tageswechsel rauf und runter. Die Volatilität ist gerade ungewöhnlich hoch, was ein Zeichen für große Unsicherheit ist. Wer den Kryptomarkt kennt ist das gewohnt. Wer allerdings in den letzten Jahren in den Aktienmarkt eingestiegen ist, für den ist das komplettes Neuland.

MSCI World Chart Quelle: comdirect.de

Was also tun?

Um diese Frage zu beantworten, kommt es auf deine Perspektive an. Bist du ein langfristiger Investor (value Investor), willst du kurzfristig Geld mit Kauf und Verkauf von Aktien machen (ein Trader)? Oder hattest du einfach „Angst etwas zu verpassen“ und bis deshalb in den Aktien- oder gar Kryptomarkt eingestiegen?

Ich sehe mich als langfristiger Investor, daher werde ich diesen Aspekt näher betrachten und ausführen.

Im Prinzip geht es beim Investieren darum einen Plan zu haben. Üblicherweise wird von einer Investment Strategie gesprochen. Wichtig dabei zu verstehen ist, dass dieser Plan oder diese Strategie keineswegs festgefahren ist und stur verfolgt werden soll, oder gar muss.

Es geht viel mehr darum sich einen groben Fahrplan zu recht zu legen und sich trotzdem von Zeit zu Zeit zu Fragen: „Ist das noch für mich passend oder will ich an dem Plan etwas ändern?“

Warum soll man sich und seinen Plan hinterfragen?

Einfach gesagt und am Punkt gebracht: Weil sich Dinge ändern! (und das sogar täglich)

Wie auch im Leben sollte man sich hin und wieder, ich mache das zum Beispiel ein bis zweimal im Jahr, Zeit nehmen und sich hinterfragen.

Wenn du dich jetzt fragst, welche Fragen man sich stellen soll, werde ich dir ein paar Beispiele anführen, was ich bei mir regelmäßig hinterfrage:

  • Hat sich etwas grundlegend in der Welt verändert? (aktuell eindeutig mit JA zu beantworten)
  • Was hat sich geändert und worauf könnte das Auswirkungen haben? (Politik, Sicherheit, Wirtschaft, etc.)
  • Können diese Auswirkungen meine Investments beeinflussen?
  • Wenn ja: in welcher Weise könnten meine Investitionen davon betroffen sein und macht es Sinn etwas zu ändern?
  • Wenn es Sinn macht etwas zu ändern: Wie kann ich die Änderung am besten umsetzen? (Im Idealfall ohne viel Aufwand)
  • u.v.m.

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Wie sieht das konkret bei mir aus?

Ich wurde die letzten Tage öfters mal gefragt ob ich mir Sorgen mache oder auch wieso ich so ruhig bleiben kann, wo doch alle Märkte gerade einbrechen?

Die Antwort ist, dass ich mir letztes Jahr schon angefangen habe diese Fragen zu stellen. Dabei bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass die Märkte ziemlich überhitzt sein könnten. Durch regelmäßiges Informationen einholen (sowohl bei „Optimisten“ wie auch „Pessimisten“), mir alle Argumente ansehe bzw. anhöre, dazu dann eigene Recherchen anstelle um mir letzten Endes meine eigene Meinung zu bilden. Nach dieser ich meine Strategie auslege bzw. hinterfrage und eventuell abändere.

Nachdem ich also der Meinung war, dass die Märkte überbewertet sein könnten und es auch einige mögliche Probleme in Zukunft geben könnte, wie zum Beispiel Herr Dr. Markus Krall und die Herrn Friedrich und Weik immer wieder angeführt haben, habe ich angefangen meine Strategie zu ändern.

Davor sah mein Plan wie folgt aus: Rücklagen auf 3-6 Nettomonatsgehälter bilden, 50% meines monatlichen Investmentkapitals in Aktien (aufgeteilt auf ETFs und Einzelaktien) und 15% für Hochrisikoinvestments wie P2P Kredite oder Krytowährungen.

Nach meinen Überlegungen habe ich meine Strategie in so weit abgeändert, als dass ich monatlich die Rücklagen weiter aufgebaut habe, die 15% Risikokapital auf die Seite geschaffen habe und auch meine Aktieninvestments leicht reduziert habe um eine Cashposition aufzubauen. Zusätzlich habe ich zusätzliche Einkünfte ebenfalls auf das Cashkonto gegeben um im Fall der Fälle Liquide mittel für Nachkäufe zu haben.

Die Krise kam dann doch früher als Erwartet in Form von Corona!

Meinen Erwartungen nach hatte ich eine Krise für frühestens Ende 2020, eher im Jahr 2021 für möglich/wahrscheinlich gehalten. Wie uns aber jetzt die aktuelle „Coronakrise“ zeigt, kommen Krisen schnell und ohne Vorwarnung. Dank meiner Überlegungen letztes Jahr habe ich somit auf die massiven Kursrückgänge „cool reagieren“ können, da ich genügend Cashreserven aufgebaut habe um mir keine Sorgen machen zu müssen und in Form von kurzfristigen Sparplänen (vorläufig bis August), günstig Nachkaufen kann.

Zusätzlich hab eich mein Geld von Bondora G&G abgezogen um für den Fall, dass die Märkte noch länger in dem Tief sind, Liquidität habe für weitere Nachkäufe.

Wie geht es dir mit deinen Investments aktuell? Hast du verkauft, umgeschichtet, oder bist du entspannt in der Situation? Lass es mich gerne wissen und schreibe mir ein Mail oder werde Mitglied unserer Facebook Community.

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