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Trade Republic oder Scalable Capital: Der Vergleich für Österreich

Werbung | Stand: Oktober 2026 | Autor: Markus Schachl

Geprüft am : Gebühren und Produkte Scalable (at.scalable.capital), Handelsplatz-Gebühren ab 01.09.2026 und Stopp der Depotüberträge zu Trade Republic (broker-test.at), Depotübertragung nach § 27 Abs. 6 Z 2 EStG (BMF). Steuerstatus Scalable neu geprüft am 09.10.2026 (at.scalable.capital/steuereinfach, broker-test.at vom 08.10.2026).

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Zwei Neobroker, ein Grundangebot

und sind die beiden großen deutschen Neobroker, die auch in Österreich anbieten. Das Grundangebot ist bei beiden gleich: kostenlose Depotführung, kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 €, Zinsen aufs Cash, Trades um rund einen Euro.

Der Unterschied liegt im Detail, und in Österreich vor allem bei der Steuererklärung. Ich habe bei beiden Brokern seit Jahren ein Depot. Dieser Vergleich stützt sich auf die Konditionen der Anbieter und auf meine eigene Erfahrung.


Modelle und Gebühren

ist seit 2019 in Österreich am Markt und bietet ein einziges Modell. Jeder Trade kostet 1 € Fremdkostenpauschale, Sparpläne sind gratis, gehandelt wird ausschließlich über die LS Exchange von Lang & Schwarz. Andere Börsenplätze gibt es nicht. Das ist schlank und übersichtlich, hat aber eine Kehrseite: Passt dir der Kurs bei L&S nicht, gibt es keinen anderen Handelsplatz.

ist seit Mai 2022 mit dem Broker in Österreich am Markt und bietet zwei Modelle. Gehandelt wird vor allem über die hauseigene Börse European Investor Exchange (EIX), täglich von 6 bis 23 Uhr. Im FREE Broker zahlst du dort 0,99 € pro Order. Im PRIME+-Abo (4,99 € im Monat) sind Orders über EIX ab 250 € gratis, darunter kosten sie 0,99 €. gettex und Xetra gibt es weiterhin, seit 1. September 2026 kosten sie im FREE Broker aber 1,99 € pro Order. Wer viel handelt, für den rechnet sich das Abo schnell. Wer einmal im Monat einen Sparplan laufen lässt, zahlt beim Abo für Leistungen, die er nicht nutzt.

Die Zinsen aufs Verrechnungskonto ändern beide Anbieter häufig. Schau vor dem Anmelden auf den aktuellen Satz und die Obergrenze. Ein Unterschied von 0,25 Prozentpunkten auf Cash ist kein guter Grund für die Wahl des Brokers.


App, Desktop und Depotübertrag

Als reiner Handy-Anleger wirst du bei beiden glücklich. Beide Apps sind aufgeräumt, schnell und einfach zu bedienen. Sobald du aber regelmäßig am Desktop sitzt, Positionen analysierst oder mehrere Sparpläne verwaltest, ist deutlich stärker. Die Weboberfläche von ist brauchbar, bietet aber weniger als die App.

Beim Depotübertrag kommt derzeit nur Scalable in Frage. Bei Scalable beantragst du den Übertrag online, und Scalable holt die Wertpapiere im Hintergrund von deinem alten Broker ab. Bei mir hat das je nach Vorgänger zwei bzw. sechs Wochen gedauert. Trade Republic hat eingehende Depotüberträge für Kunden außerhalb Deutschlands dagegen im Herbst 2025 gestoppt. Einen Termin für den Neustart gibt es nicht (Stand September 2026). Wer mit einem bestehenden Depot umziehen will, kommt zu Trade Republic also nur über Verkaufen und Neukaufen, samt KESt auf die Gewinne.

Dazu kommt ein Detail, das viele übersehen: Steuerlich gilt ein Depotübertrag grundsätzlich als Verkauf. Das verhinderst du nur mit einer Meldung ans Finanzamt binnen eines Monats (§ 27 Abs. 6 Z 2 EStG). Ziehst du von einer österreichischen Bank zu Scalable, kannst du die abgebende Bank mit der Meldung beauftragen. Kommt dein Depot von einem ausländischen Broker, meldest du selbst.

Ein Detail am Rande: Kryptos gibt es bei beiden, bei Scalable in Österreich allerdings nur als ETP, also als verbrieftes Wertpapier und nicht als echte Coins. Der Spread liegt dort bei 0,99 % (FREE) bzw. 0,69 % (PRIME+).


Steuern in Österreich

Bei der Steuer lag jahrelang der größte Unterschied. Seit 8. Oktober 2026 hängt es davon ab, wann dein Scalable-Konto eröffnet wurde.

Trade Republic: steuereinfach seit 24. April 2025

Seit dem 24. April 2025 ist in Österreich steuereinfach. Die Wiener Zweigniederlassung zieht dir die 27,5 % KESt direkt ab und führt sie ans Finanzamt ab. Das gilt für Kursgewinne, Dividenden, Zinsen, ETFs und Fonds, Anleihen, Derivate und Krypto. Realisierte Verluste werden im selben Kalenderjahr automatisch mit Gewinnen und Dividenden gegengerechnet. Die KESt ist damit endbesteuert. Hast du nur Trade Republic, brauchst du keine E1kv mehr.

Steuereinfach heißt aber nicht, dass du nie wieder in FinanzOnline musst. Drei Situationen solltest du kennen:

  • Altlasten 2025: Erträge vom 1. Jänner 2025 bis zur Umstellung deines Kontos liefen noch nicht steuereinfach. Diese Monate und alle Jahre davor musst du selbst veranlagen.
  • Verlustausgleich über mehrere Depots: Trade Republic gleicht nur innerhalb von Trade Republic aus. Hast du Verluste bei TR und Gewinne bei einem anderen Broker (oder umgekehrt), bringst du das nur über die Verlustausgleichsoption in der E1kv zusammen. Ein Verlustvortrag ins nächste Jahr ist in Österreich generell nicht möglich.
  • Zinsen und Verluste: Verluste aus Wertpapieren dürfen nicht mit Zinsen vom Verrechnungskonto verrechnet werden. Das ist kein TR-Problem, das ist österreichisches Steuerrecht.

Trotzdem: Für die meisten ETF-Sparer ist das Thema Steuer bei Trade Republic damit erledigt.

Scalable Capital: steuereinfach seit 8. Oktober 2026, aber nur für neue Konten

Seit dem 8. Oktober 2026 ist auch in Österreich steuereinfach. Grundlage ist eine eigene Bankniederlassung in Wien. Wer jetzt ein Konto eröffnet, bekommt eine österreichische IBAN, und Scalable berechnet die KESt, behält sie ein und führt sie ans Finanzamt ab. Gewinne und Verluste innerhalb des Depots werden automatisch gegengerechnet.

Der Haken steht im Kleingedruckten: Das gilt für Konten, die ab 8. Oktober 2026 eröffnet wurden. Bestandskunden sollen zur Wiener Niederlassung wechseln können, Scalable informiert dazu per E-Mail. Einen Termin gibt es nicht (Stand 09.10.2026). Offen ist auch, wie die Anschaffungskosten bestehender Positionen übernommen werden. Und Scalable weist selbst darauf hin, dass ein Depotübertrag ohne rechtzeitige Meldung ans Finanzamt als Verkauf gelten kann. Lies die Wechsel-Mail also genau.

Scalable-Bestandskunden: Handarbeit bis zur Umstellung

Bis dein Konto umgestellt ist, gilt das alte Modell, das Scalable „steuerleicht“ nennt. Übersetzt heißt das: Du bekommst einen kostenlosen Steuerreport (erstellt von KPMG), aber die Arbeit bleibt bei dir. Scalable zieht bei diesen Konten keine KESt ab.

Das bedeutet konkret für dich:

  1. Du wartest auf den KPMG-Steuerreport für das abgelaufene Jahr. Der kam zuletzt nicht gerade pünktlich. Für das Steuerjahr 2025 gab es im Juni 2026 noch kein fixes Datum, und wegen des Wechsels von der Baader Bank zur eigenen Scalable Capital Bank kam er in zwei Teilen: 1. Jänner bis 7. Dezember 2025 und der Rest des Jahres.
  2. Du loggst dich in FinanzOnline ein und öffnest die Einkommensteuererklärung (E1) mit der Beilage E1kv.
  3. Du überträgst die Werte aus dem Report in die richtigen Kennzahlen. Weil dein noch nicht umgestelltes Scalable-Depot ein Auslandsdepot ist, landest du bei den „ausländischen“ Feldern, etwa Kennzahl 863 (Dividenden), 994 (realisierte Kursgewinne), 892 (Verluste), 937 (ausschüttungsgleiche Erträge aus Fonds/ETFs) und 998 (anrechenbare ausländische Quellensteuer). Maßgeblich ist, was der Report dir pro Kennzahl ausweist.
  4. Die Frist für die elektronische Erklärung ist der 30. Juni des Folgejahres.
  5. Das Finanzamt schickt dir den Bescheid, und du zahlst die KESt nach.

Der wichtigste Punkt: Die Pflicht zur Veranlagung liegt bei dir, nicht bei Scalable. Kommt der Report zu spät, kommt er unvollständig oder übersiehst du eine Kennzahl, trägst du die Folgen, nicht KPMG. Eine Verspätung des Brokers entschuldigt beim Finanzamt nichts.

Solange dein Konto nicht umgestellt ist, hast du bei Scalable steuerlich mehr Aufwand als bei Trade Republic.


Fazit: Welcher Broker passt zu dir?

Über die Steuer entscheidet sich die Wahl für neue Konten seit 8. Oktober 2026 nicht mehr.

Eröffnest du neu, führen beide die KESt ab. Dann entscheiden die übrigen Punkte:

Bist du ETF-Sparer, der monatlich einzahlt und in Ruhe gelassen werden will, wirst du bei beiden glücklich. ist das schlankere Modell mit einem einzigen Preis. bietet mehr Sparplan-Einstellungen und die bessere Desktop-Oberfläche. Das ist jetzt eine Geschmacksfrage.

Bist du aktiver Trader, arbeitest du viel am Desktop, willst du mehrere Handelsplätze oder ziehst du gerade mit einem bestehenden Depot um, passt Scalable besser, vor allem mit PRIME+.

Bist du Bestandskunde bei Scalable, ändert sich für dich erst mit dem Wechsel zur Wiener Niederlassung etwas. Bis dahin bleibt der Termin mit FinanzOnline.

Und ja, du kannst auch beide nutzen. Das mache ich selbst so. Nur zur Einordnung: Hast du Gewinne beim einen und Verluste beim anderen, bringst du sie nur über die Verlustausgleichsoption in der E1kv zusammen. Das gilt auch dann, wenn beide steuereinfach sind.


Deine Wahl

Trade Republic: KESt automatisch, keine E1kv

Du willst ETFs besparen und dich nicht um die Steuer kümmern? Dann passt Trade Republic. Depot kostenlos, Sparpläne gratis, KESt wird automatisch abgeführt.

👉

Scalable Capital: für aktive Trader mit PRIME+

Du tradest regelmäßig, willst Handelszeiten bis 23 Uhr und mehrere Börsen und schätzt eine starke Desktop-Oberfläche? Dann passt Scalable. Ein neues Konto ist seit 8. Oktober 2026 steuereinfach.

👉

Transparenz: Bei beiden Brokern bekomme ich eine Provision, wenn du über meinen Link ein Depot eröffnest. Deshalb gibt es hier keinen Sieger um jeden Preis, sondern eine Antwort je Anlegertyp.

Noch unentschlossen? Rechne deinen Fall mit meinem Depot-Vergleichsrechner durch. Wie du als Scalable-Bestandskunde den Report Schritt für Schritt einträgst, zeigt mein Steuer-Gameplan für Anleger. Die Anmeldung selbst erklären die Anleitungen für Trade Republic und Scalable Capital.

Selbst testen

Neugierig geworden und möchtest es selbst testen? Hier habe ich dir beide Anbieter verlinkt.

👉 Trade Republic:

👉 Scalable Capital:

Hinweis: Keine Anlage- oder Steuerberatung. Konditionen: Stand September 2026. Steuerstatus: Stand 09.10.2026. Prüfe vor der Kontoeröffnung die aktuellen Bedingungen direkt beim Anbieter.


Kostenlos

Geld verstehen lernen

Das Einsteiger-E-Book für Österreich — 68 Seiten, kostenlos.

  • Depot eröffnen, Schritt für Schritt
  • KESt und Meldefonds ohne Juristendeutsch
  • Die fünf Fehler, die mich Geld gekostet haben

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